Published: 28/10/2009
Erstmals gab es im dritten Quartal wieder positive Signale zur wirtschaftlichen Entwicklung. Nach vielen Monaten mit ausschließlich negativen Meldungen sind die Aussichten nicht mehr derart stark eingetrübt. Was resultiert daraus für die IT-Branche? Wie sieht die Zukunft des Stellenmarktes aus? Unsere Nachforschungen zeigen ein breites Meinungs- und Datenspektrum auf. Unverändert stehen sich Zuversicht und Skepsis gegenüber.
Entspannendes kommt aus Nürnberg: Der Stellenindex der Bundesanstalt für Arbeit erholte sich leicht auf 125 Punkte und liegt damit nur noch knapp unter dem Stand von Oktober 2005. „Es scheint, dass sich der Abwärtstrend bei der Arbeitskräftenachfrage gestoppt ist“, schrieben die BA-Experten in einer Mitteilung vom Dienstag. Seit fünf Monaten bewege sich der Index BA-X seitwärts. „Inwieweit die Talsohle der Krise damit erreicht ist und in den kommenden Monaten ein Anziehen der Kräftenachfrage erfolgt, oder ob sich die Nachfrage vorerst auf niedrigem Niveau einpendelt, bleibt jedoch abzuwarten.“
Bitkom, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. ist deutlich optimistischer und erkennt einen Trendwechsel. Das BITKOM-Branchenbarometer machte erstmals seit 2008 wieder einen Sprung nach oben. Elektronische Datenverarbeitung wird noch wichtiger für die Prozessoptimierung und Kosten- reduzierung. Ein Trend, der sich fortsetzen und eher noch verstärken wird.
In einigen Branchen ist eine zusätzliche Nachfrage nach IT-Fachkräften erkennbar. So wird IT für die pharmazeutische Industrie immer wichtiger. Zur besseren Vernetzung veranstalten der Hightech-Verband BITKOM und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie erstmals ein Forum: „IT meets Pharma“.
Neue Technologien, Produkte und Verfahren werden für zusätzlichen Schub sorgen. Die Herausforderungen an Autohersteller und Zulieferer aus der Entwicklung des "Autos der Zukunft" seien als Beispiel genannt.
Eine Bestätigung kommt auch von Alex Gerritsen, Regional Sales Manager bei Computer Futures. „Nicht alle Branchen leiden gleich unter der Wirtschaftskrise und in manchen, wie Pharma und Chemie nehmen die Jobangebote für IT Fachleute wieder deutlich zu.“
Ein deutliches Signal auch bei der Kurzarbeit. Nach einer Umfrage der FAZ will mehr als ein Drittel der großen Industrieunternehmen die Kurzarbeit bis zum Jahresende zurückfahren.
Weiterer, wenn auch leichter, Anstieg der IT-Arbeitslosigkeit
Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Arbeitslosen im IT-Bereich hat sich im August auf 29.645 erhöht. Die Zahl aller Arbeitslosen in Deutschland ist im August dagegen leicht auf 3.196.000 gesunken.
Auch jüngste Informationen einzelner Unternehmen, wie beispielsweise SAP dieser Tage, lassen nicht darauf schließen, dass die schwierige Phase bereits überwunden ist. Auch die Planung in den Unternehmen ist sehr zurückhaltend. CIOs planen für das kommende Jahr mit geringeren Budgets. Einzelne Märkte, wie das Server-Geschäft brechen weiter massiv ein. Ob es den IT-Anbietern gelungen ist, sich auf die schwierigen Verhältnisse einzustellen, wird der kommende Monat zeigen, wenn die Geschäftszahlen publiziert werden.
Die Krise hat auch ein Einfluss auf die Art wie Unternehmen nach neuen Mitarbeitern suchen. „Firmen verlangen mehr von Bewerbern. Es werden Fachleute gesucht die Kenntnisse in vielen verschiedenen Bereichen der IT-Branche haben, und nicht spezialisiert auf ein bestimmtes Fachbereich sind“ sagte Alex Gerritsen, Regional Sales Manager bei Computer Futures.
Vieles spricht für eine optimistischere Sicht der Dinge. Die kommenden Monate werden auch der IT-Branche wieder verstärkt Chancen bieten. Aber sicher ist auch, eine rasante Entwicklung steht nicht zu erwarten. Gleichzeitig werden die Anforderungen an IT-Mitarbeiter weiter zunehmen. Und es gilt, die Chance dort zu suchen, wo branchenspezifische Tendenzen für IT-Mitarbeiter gute Möglichkeiten bieten. Wir werden Sie auf dem laufenden halten.
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